Hier finden sich Namen, Lebensdaten, Biografien und Familiengeschichten zu jüdischem Leben in Lüneburg. Haben Sie weitere Informationen, Korrekturen, Fotografien, Dokumente oder Anregungen? Nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf, damit wir die Seiten aktualisieren können.
Bruder von Paula Leß, geborene Goetz [*1893]
Herbert Goetz kam 1895 in Hohensalza in der Provinz Posen zur Welt. Seine Eltern waren der Kaufmann Gustav Goetz und Adelheid Goetz geb. Munter. Die Familie lebte in Thorn in Westpreußen. 1920 verließen sie die Stadt, vermutlich im Zuge der Abtretung von Thorn an Polen.
Herberts Schwester Paula Leß geb. Goetz war kurz vorher mit ihrem Mann nach Lüneburg gezogen. Herbert Goetz, der angehender Apotheker war, kam im Februar 1920 ebenfalls nach Lüneburg, vermutlich um dort zu arbeiten. Zwei Monate lang wohnte als Untermieter bei der Familie von Daniel Dublon im Wilschenbrucher Weg. Ende April 1920 meldete er sich aus Lüneburg ab und zog nach Würzburg. Später lebte er in Berlin.
Im Zuge der Novemberpogrome wurde Herbert Goetz 1938 von Berlin aus ins KZ Sachsenhausen verbracht, um - wie bei allen Novemberpogrom-Häftlingen - seine schnelle Ausreise zu erzwingen. Im Januar 1939 konnte er über Großbritannien in die USA fliehen. Dort arbeitete er jahrzehntelang in der Pharmabranche. Zusammen mit seiner Frau Irma lebte er in New York. 1970 starb Herbert Goetz in Haifa.
Quellen und Infos:
Stärkemeldung Konzentrationslager Sachsenhausen 1938, https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=8503612
Ship Manifest "Georgic" Southampton-New York 1939, https://heritage.statueofliberty.org/passenger
Sterbeurkunde bei ancestry, www.ancestry.de