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Max Rieder [*1901]

Geboren am 31.12.1901 in Hamburg, gestorben im Jahr 1960 in Melbourne, Australien im Alter von 59 Jahren
Max Rieder, o.D.; Privatbesitz Reuven Stern
Max Rieder, o.D.
Privatbesitz ...

Max Rieder [*1901] ist

Ehemann von Ruth Rieder, geborene Behr [*1909]

Der Hamburger Max Rieder war der Mann von Ruth Behr aus Lüneburg. Er war das dritte Kind von Markus Rieder und seiner aus Hamburg stammenden Frau Sophie Braunschweiger.

Wie seine spätere Frau Ruth Behr wurde auch Max in eine Schuhhändlerfamilie hineingeboren: Sein Vater, der um 1889 aus Szobrancz in Österreich-Ungarn gekommen war, hatte in Hamburg mit einem kleinen Schuhmachergeschäft angefangen und rasch eine ganze Kette von Schuhgeschäften unter dem Namen "M. Rieder" aufgebaut. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Inflationszeit startete er erneut und gründete die Kette "Rieder & Sohn", deren Filialen um 1930 zu den größten Schuhläden in Hamburg gehörten.

Max absolvierte im väterlichen Betrieb eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete dann an verschiedenen Orten und trat in den späten 1920er Jahren wieder in die Firma "Rieder & Sohn" ein. 1930 heiratete er Ruth Behr, die älteste Tochter der Schuhhändler Max und Lucie Behr aus Lüneburg. Die beiden wohnten in Hamburg in der Hufnerstraße 42.

Als sich die wirtschaftliche Situation der Firma Rieder ab 1933 durch die antisemitischen Schikanen und die wachsenden Zwangsabgaben verschlechterte, beschlossen Max und sein Bruder James, ihre Emigration vorzubereiten. Beiden gelang es, Visa und Zertifikate für die Einreise nach Australien zu bekommen.

Max Rieder war der erste, der sich im Juli 1938 auf den Weg machte. Eigentlich wollte er zusammen mit seiner Frau Ruth die Schiffsreise antreten. Die erwartete jedoch ihr erstes Kind und konnte wegen Schwangerschaftskomplikationen die Reise zunächst nicht antreten. Im Sommer und Herbst 1938, als auch James Rieder auswanderte, setzten die NS-Behörden die Rieders stark unter Druck, bis eine "Arisierung" der kompletten Schuhhandelskette erzwungen werden konnte. Die Schuhgeschäfte Rieder wurden unter dem Namen Citreck neu eröffnet.

Nach der Geburt des ersten Kindes konnte Ruth Rieder Anfang 1939 noch nach Australien zu ihrem Mann auswandern. Es war nicht leicht für die jüdischen Emigranten, sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Max fand einen Job als Schuhmacher, war jedoch schwer herzkrank und konnte nur sehr beschränkt arbeiten. 1960 starb er mit 58 Jahren in Melbourne an Herzversagen.


Quellen und Infos:

Hamburger Stolpersteinbiografie von Familie Rieder